Wer ist Vincent Belvian

Ein Geständnis vorab …

Ich beneide jeden, der sich abends mit einem Roman in den Sessel setzen und einfach darin versinken kann.

Versteh mich nicht falsch. Ich kann lesen.

Aber mein Gehirn spielt dabei nach seinen eigenen, chaotischen Regeln.

Rechtschreib- und Leseschwäche

Als Legastheniker sind Buchstaben für mich oft tückisch. Ich lese langsam, bleibe an Wörtern hängen oder verrutsche hoffnungslos zwischen den Zeilen.

Und mein ADHS?

Das sorgt dafür, dass meine Konzentration oft flüchtet. Mein Kopf biegt ab, verliert sich in Gedanken, und die Seite bleibt ungelesen.

Vom Chaos zur Kosmologie.

Statt mich von Zeilen ausbremsen zu lassen, fing ich an, die Bilder in meinem Kopf zu ordnen. Mein ADHS, das mich beim Lesen ablenkt, wurde beim Schreiben zu meinem größten Motor. Es erlaubt mir, tausend Details meiner fiktiven Welt gleichzeitig zu sehen.

Mein wendepunkt

2019 suchte ich nach einem neuen Sinn im Leben. Ich wollte einen Roman schreiben. Doch wo fängt man an? Wo hört man auf?
Und vor allem: Worüber sollte ich schreiben?

Zu dieser Zeit gab es kaum noch Fantasy-Filme oder Serien, die mich wirklich fesseln konnten. Da war eine Lücke, die gefüllt werden wollte. Also beschloss ich, diese Lücke selbst zu schließen.
Ich begann mit Microsoft Word. Doch die ständigen roten Markierungen unter meinen Wörtern machten mich traurig und ließen mich an mir zweifeln.

Diese Zweifel wurden schließlich zum Wendepunkt …

Ich machte erste Online-Tests zum Thema Legasthenie, die leider sehr eindeutig ausfielen. Sich dieser Problematik zu stellen, braucht Zeit. Doch einen Ansprechpartner zu finden, der Legasthenie im Erwachsenenalter diagnostiziert, war eine noch größere Hürde. Meine einzige Option war schließlich eine kinder- und jugendpsychiatrische Praxis.
Es war mir unglaublich unangenehm, dort anzurufen und den ersten Termin tatsächlich wahrzunehmen. Ich saß im Wartezimmer zwischen Kindern – als einziger Erwachsener. Auch die Sitzungen bei der Ärztin empfand ich anfangs als peinlich. Doch als ich schließlich die offizielle Diagnose LRS (Legasthenie) erhielt, war ich vor allem eines: erleichtert. Endlich wusste ich – salopp ausgedrückt – dass ich nicht dumm bin.
Gleichzeitig wurde mir bewusst, dass es dafür keine Pille gibt. Es ist ein Teil von mir, mit dem ich mein ganzes Leben umgehen muss. Aber ich habe gelernt, mich der Herausforderung zu stellen und mich Stück für Stück zu verbessern.

Ein weiteres Puzzleteil: Die ADHS-Diagnose …

Im Jahr 2020, als die COVID-Pandemie die Welt stillstehen ließ, dachte ich mir, Schlimmer kann es eigentlich nicht mehr kommen. Also nutzte ich die Zeit und überwand mich, auch das Thema ADHS endlich professionell abklären zu lassen.
Doch wie schon bei der Legasthenie stellte ich fest:
Für Erwachsene ist dieser Weg alles andere als einfach. Nach langem Suchen und vielen Hürden erhielt ich schließlich auch hier eine gesicherte Diagnose.

Seitdem begleiten mich nicht nur die Erkenntnis, sondern auch die entsprechenden Medikamente, die mir helfen, meinen Alltag zu strukturieren.

Plötzlich ergab alles einen Sinn. Mein sprunghaftes Denken und die ständige Ablenkung. All das hatte nun einen Namen. ADHS ist jetzt ein Teil von mir, der mich mein Leben lang begleiten wird.

Warten wir ab, welch UNBEKANNTEN noch in mir schlummern …

Der Weg zur Sicherheit

Die ersten 15.000 Wörter in Word waren … nun ja, eine orthografische Katastrophe.

Aber ich ließ mich nicht stoppen.

Mit der Entdeckung von Papyrus Autor fand ich das Werkzeug, das meine Schwächen auffängt, damit meine Kreativität fließen kann.

Dabei entdeckte ich das volle Gegenteil meiner Leseschwäche

– Den Hyperfokus –

Wenn ich an meiner High-Fantasy-Welt arbeite, verschwindet das Chaos … fast. Die Welt um mich herum wird leise, und ich versinke stundenlang in meinen eigenen Kapiteln.

Aber genau das macht meine Welt aus.

Sie ist nicht perfekt, sie ist intensiv. Sie ist das Ergebnis von tausenden Stunden Fokus gegen das Chaos.

Ich schreibe High Fantasy für alle, die wissen, dass man kein perfektes System braucht, um große Abenteuer zu erleben.